Zur faschistischen Gefahr in der Welt und auch in Deutschland.
Zu den faschistischen Bestrebungen der MAGA-Bewegung und über Donald Trump in den USA wird hier auf dieser Internetseite in Wort und Darstellung schon viel geäußert. Siehe vorangegangen Punkte.
Heute im Jahr 2026 fanden zu Anfang des Jahres die ersten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt, mit deutlichen Zuwächsen für die in großen Teilen faschistischen Alternative für Deutschland (AFD). Im Herbst steht diese Partei bei zwei Landtagswahlen im Osten Deutschlands sehr wahrscheinlich vor dem Sieg.
Norbert Ernst Herrmann studierter nach seinem Kunst und Designstudium in Mannheim, Mitte der 70iger Jahre an der Universität Heidelberg Erziehungswissenschaften und Psychologie. Für die Studentenparlamentswahlen entwarf er zusammen mit anderen ein Flugblatt, das zu einer Ausstellung auf den Herrentoiletten der Juristischen Fakultät aufrief.
"Es kommt der Tag", wurde auf der Toilette auf der juristischen Fakultät damals auf den Clos von juristisch studierten Männern - womöglich auch Professoren ? - oder sich im Jurastudium befindlichen, "heimlichen" Nazis erhofft. Ist etwa ein "Adolf 2", wie auf der Wand gewünscht, in Sicht? Einige Anwärter gibt es in der AFD. Ganz und gar keine schauerlichen Gestalten. Sogar in der Parteispitze eine intellektuell versierte lesbische Frau kommt in Betracht. Wer hätte das gedacht? Fest steht: Die ideologische Saat des Hasses auf alles angeblich Fremde ist offensichtlich nach über 50 Jahren heute enorm breitenwirksam im biedermännischen, nationalistischen Kleid aufgegangen, und schickt sich an demokratische Wahlen zu gewinnen.
Das Bundesverfassungsgericht erklärte bei dem letzten Verfahren gegen die faschistische NPD, dass sie aufgrund ihrer völkischen Politik zwar verfassungswidrig sei, denn das Grundgesetz verbiete die Ausgrenzung von Teilen der in Deutschland lebenden Bevölkerung, doch wollte das Gericht die Partei nicht verbieten, weil sie bei Wahlen irrelevant sei. Das sei also nicht so schlimm, kann man schlussfolgern. Das war möglicherweise ein auch juristisch kategorialer Fehler.
Denn die Alternative für Deutschland (AFD) ist politisch nicht weniger "völkisch" orientiert als die NPD und proklamiert offen die "Re-Migration". Bedroht somit über ein Viertel der deutschen Gesellschaft, die familiär eine ausländische, oft auch außereuropäische, migrantische Vergangenheit aus aller Welt hat. Entsprechend grassiert in Deutschland - nicht nur dort - seit langen Jahren der Rassismus, dem schon viele Menschen in der Vergangenheit im Alltag zum Opfer fielen. Auch ein bekannter CDU - Politiker, der von einem Nazi umgebracht wurde.
Falls gar ein faschistischer AFD-Ministerpräsident in einem Bundesland im Osten Deutschlands 2026 die Regierungsgeschäfte übernehmen sollte, kommen auf Deutschland und die EU - zusätzlich zu den heutigen Turbulenzen und Kriegen in der Welt - schwere Zeiten zu. Womöglich nicht sofort. Auch um die dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts kam der Faschismus in Deutschland zunächst auf leisen Sohlen daher.
In einem Interview, das Michael Hesse mit dem Soziologen Richard Sennet führte, der an der New York University und an der London School of Economics and Political Science lehrt, äußerte dieser sich auch zur deutschen AFD. Hesse fragte: "Viele sprechen heute von neuem Autoritarismus, vermeiden aber den Begriff Faschismus. Sie nicht?"
"Nein. Ich halte das für falsch. Man muss Dinge beim Namen nennen. Das sind Faschisten. Die AFD ist eine faschistische Bewegung, in Teilen sogar eine Nazibewegung. Ich weiß, der Begriff Faschismus wird oft überstrapaziert. Aber wenn etwas faschistisch ist, muss man es auch so nennen. Die Vorstellung es sei unhöflich oder übertrieben, das auszusprechen, halte ich für absurd. (...) Ohne die richtige Benennung verdrängt man die Realität." (Frankfurter Rundschau, 20. Mai 2026)