Zum Punkt 14 der Themenübersicht:

 Michael Hesse schreibt in der Frankfurter Rundschau vom 07.02.2025:

"Was mag das wirkliche Ziel von Trump sein? Darüber wird nun gerätselt. Vor mehr als 500 Jahren schlug Machiavelli, der Philosoph der politischen Praxis und des modernen Republikanismus in seinen Diskursen über Livius vor, dass es "zuweilen sehr klug ist, Wahnsinn zu simmulieren."

Von Simmulation kann jedoch bei dem mutmaßlichen Psychopathen - "mutmaßlich" deshalb, weil dazu ein psychiatrisches Gutachten vorliegen müsste - und in erster Instanz verurteilten kriminellen Straftäter im Weißen Haus gewiss keine Rede sein, meint Norbert Ernst Herrmann und entwarf folgende Grafik mit Text. Das Motiv ist auch auf T-Shirt zu haben. 

In vielen Pressekommentaren wird der mutmaßliche Psychopath meist verniedlichend als "erratisch", oder "narzistisch" charakterisiert, - (gewiss, sind wir nicht alle etwas narzistisch?) - den man loben müsse, damit er einen selbst - Nationen oder gar Völker - nicht fertig macht. Schließlich gilt er als der mächtigste Mensch der Welt, der wie letztens gegen Iran bewiesen hat, dass er bereit ist, die besten Kampfbomber der Welt, über die die USA verfügt, auch vernichtend einzusetzen. (Siehe Charakteristik der Persönlichkeitsstörungen Psycho - und Soziopathologie aus psychiatrischer Sicht, hier weiter unten)   Und so war der letzte Nato-Gipfel 2025 ein Ausbund von Peinlichkeit: In der Presse las man zu recht von "Schleimspur". Psychopathen freuen sich im Allgemeinen zwar, wenn sie gelobt werden, doch sie sind nicht dumm. Deshalb wird Trump nur noch entschiedener in seinen Verrücktheiten, die ihm leider eine Mehrheit bei den US-Wahlen bescherte, was tiefe Einblicke in die sich wahrscheinlich leider zur Autokratie oder gar Faschismus entwickelnden älteste Demokratie der Welt erlaubt. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek meint, dass unsere Welt gleiche zunehmend einem Irrenhaus, " in dem der stärkste Patient die Kontrolle übernommen hat und als allmächtiger Chefarzt auftritt" ( der Freitag, 17.Juli 2025 ) Zumindest für das Weiße Haus in den USA, mit dem derzeitigen Insassen Donald Trump  trifft das augenblicklich ganz offensichtlich zu, meint Norbert Ernst Herrmann.

Der Künstler kennt die früher als "Irrenanstalten" bezeichnete Psychiatrien als junger Zivildienstleistender und später als Nachtwache auf vielen Stationen einer Psychiatrie in Mannheim (Zentralinstitut für seelische Gesundheit ZI) als Psychologiestudent von innen. Da traf er auf nicht wenige Patienten, die sich als "Napoleon", "Papst" oder wie Donald Trump, der sich  als zukünftiger "Friedensnobelpreis-Träger" wähnt, weil er angeblich viele Kriege in der Welt beendet habe - er mischt sich ohne Zweifel ein, ohne, dass sich viel ändert - aber nicht in der Lage ist diese Länder in Reden korrekt zu benennen, sondern schwafelt in seinen ausufernden Weise nur irre herum, dass sich viele Übersetzer*innen nicht selten die Haare raufen (wie man hört). 

Vielleicht ist es an dieser Stelle nicht schlecht auf Definitionen der Psychiatrie zurückzugreifen, wie man sie im Internet finden kann. Es geht hier um den Unterschied zwischen Psychopathologie und Soziopathologie. Beide sind Formen der "antisozialen Persönlichkeitsstörung (ASPD) und werden in der offiziellen Diagnostik (DSM-5) nicht unterschieden.  Die Frage ist nun, wer gefährlicher ist. In der Übersicht mit KI findet man im Internet folgende Aussage: "Beide sind gefährlich, aber auf unterschiedliche Weise: Psychopathen sind oft kalkulierter, manipulativer und können Emotionen perfekt vortäuschen. Was sie gesellschaftlich besser tarnt und potentiell gefährlicher macht, da sie ihre Opfer unbemerkt ausnutzen können. Soziopathen sind impulsiver, unberechenbarer und ihre antisozialen Tendenzen sind oft sichtbarer, da ihnen die Fähigkeit zur Empathie stärker fehlt und sie weniger soziale Anpassung zeigen. (...) Der Psychopath ist der lautlose, getarnte Manipulator, der Soziopath der offenkundig aggressive und unberechenbare Charakter. " (Dem Internet entnommen) 

 

Auf den aktuellen Präsidenten der USA bezogen, dürfte anhand seines rücksichtslosen, rüpelhaften Verhaltens in der Öffentlichkeit klar sein, wozu er mehr tendiert. Norbert Ernst Herrmann, der Schöpfer der oben gezeigten, charakteristischen Karikatur des Präsidenten, meint: "Ich entschied mich trotzdem für die Formulierung " mutmaßlicher Psychopath", obwohl "Mutmaßlicher Soziopath" für Trumps Verhalten mit seinen unzähligen Lügen und bösartigen Ausfällen gegen Dritte und der schier zahllosen Dummheiten, die dieser Mensch sich leistete - von der politischen Dimension des drohenden Faschismus gar nicht zu reden - treffender wäre, wie man mittlerweile wissen kann.     

 

 

Trump und seine Getreuen von der christlich-faschistischen MAGA-Bewegung sind dabei die USA  institutionell so zu verändern, dass sich bald kein Mensch mehr sicher sein kann, der nicht in diesen Chor der fanatischen Christen einstimmt ( Siehe "Der Spiegel" Nr. 40 vom 26. 09. 2025. ). Noch halten einige Gerichte bei einigen Maßnahmen dagegen, doch das oberste Gericht der USA ist überwiegend mit Trump-Getreuen besetzt, wie man weiß. Noch befindet sich die große, demokratische Partei in einer Art Schockstarre durch die verlorene Wahl. Jörg Schindler schreibt im Spiegel: "Viele Köpfe der MAGA-Gemeinde sind vom fundamentalistisch-christlichen Geist durchdrungen. Darunter auch der Mitte September bei einem Attentat in Arizona getötete Influenzer Charly Kirk, der bis zu seinem Tod zahllose junge Amerikaner mit seinem rechtsreligiösen und rechtsextremistischen Ansichten berauscht hatte." (ebenda, Seite 11) Er werde, so Trump bei der Trauerfeier vor 70 000 Menschen "Gott jetzt erst recht und "wie nie zuvor" ins Alltagsleben zurückbringen", versprach er und er hasse seine Feinde, sagte er. 

Donald Trump gefärdert - im Einklang mit seinem ebenso wirren Gesundheitsminister, der generell gegen das Impfen ist und damit zum Beispiel viele Tote, die an Masern sterben, in Kauf nimmt - die Gesundheit nicht nur vieler Amerikaner*innen in dem er in Reden einen unzutreffenden Zusammenhang von einem bestimmten Schmerzmittel mit Autismus herstellt, sondern auch viele Menschen in der Welt überall, denn solche Lügen des "mächtigsten Mannes der Welt"  verbreiten sich ganz zwangsläufig. Siehe dazu  eine ausführliche Recherche zur Studienlage beim Autismus unter www.zeit.de/trump-autismus

       

Doch auch was den internationalen, praktischen Umgang mit dem präsidentialen, mutmaßlichen Psychopathen betrifft, kann man das auch so sehen, wie der australische Ex-Premier Turnbull, der im Umgang mit Trump Härte empfiehlt: "Turnball verwies auf die sicherheitspolitische Debatte in Europa und zitierte den heutigen polnischen Premier (...) Donald Tusk mit den Worten: "Warum brauchen 500 Millionen Europäer 300 Millionen Amerikaner, um sich gegen 140 Millionen Russen zu verteidigen?" Diese Frage sei berechtigt. Europa solle sich künftig so aufstellen, dass es im Ernstfall ohne amerikanische Hilfe auskommen könnte. Europa müsse sich so schnell wie möglich von den Vereinigten Staaten abnabeln, und zwar nicht nur in militärischer Hinsicht, sondern auch bei Schlüsseltechnologien, der Kommunikation und Ähnlichem. " (Frankfurter Rundschau, 3..Juli 2025) Dem stimmt Norbert Ernst Herrmann zu.  Doch was hat dies mit seiner Ausstellung in Neustadt 2025 an der Weinstraße zu tun? Sehen Sie im Weiteren Punkt 15 der Themenübersicht.

 

Nach dem Kidnapping  des Diktators Nicolás Maduro und seiner Frau aus Venezuela am 2/3. Dezember 2026 durch Einsatzkräfte der USA  schreibt Christine Dankbar in der Frankfurter Rundschau (Auszug): "Trump sichert ungeniert seine Interessen. Die Frage ist nun, wie Russland und China reagieren. Putin hat zum Jahreswechsel erklärt, dass Russland in der Ukraine einen Sieg anstrebt. China untermauert mit Militärübungen den Anspruch auf Taiwan. Jetzt kommt der Zeitpunkt der Wölfe. Europa muss nun endlich umschalten. Wichtig ist, jetzt möglichst schnell und gründlich so viele Abhängigkeiten wie möglich abzuschütteln. Und endlich energisch für die eigenen Werte einzustehen. Mit Duckmäusertum gewinnt man in der Welt der Schulhofschläger keinen Blumentopf." (FR 5.1.26)

 

Die neuerlich Eskapaden des mutmaßlichen Soziopathen und seiner ministeriellen MAGA-Clique im Weißen Haus in Sachen Grönland zeigt, dass - wie die Rheinpfalz vom 19. Januar 2026 kommentiert - die USA drohen "endgültig zum Totengräber einer regelbasierten Wirtschaftsordnung " zu werden.  Die heile Welt der Europäer liege in Trümmern. Mit den angekündigten Strafzöllen - nun wieder zurückgenommen! - gegen Deutschland und den anderen europäischen Ländern, die sich an der demonstrativen, militärischen "Erkundungsaktion" von Nato-Mitgliedern in Grönland beteiligten, verstand Trump zu recht - da soll man sich nichts vormachen - als Provokation gegen seine Pläne, dass Grönland - wie auch immer - Bestandteil der USA werden soll.  "Die politischen Beziehungen zwischen den einstigen Partnern liegen in Scherben, und auch die Nato droht unter dem US-Präsidenten den Wesenskern ihres Daseins zu verlieren," schreibt der Korrespondent der Rheinpfalz aus Brüssel Knut Krohn zu recht.(ebenda) Andreas Schwarzkopf von der Frankfurter Rundschau meint, nun müsse von der EU "robust" geantwortet werden. Die europäischen Länder sollten sich angesichts der Drohungen nicht kleiner machen als sie seien. "Auch die Vereinigten Staaten haben ökonomisch in einem Zwist mit den wichtigsten Handelspartnern einiges zu verlieren." (FR 19.1.26)       

Die Eskapaden des  Präsidenten der USA - die mögliche, psychiatrische Bezeichnung dieses Menschen muss nun hier nicht weiter erwähnt werden -  in Davos sind kaum abgeklungen und der deutsche Bundeskanzler hat vor einem fast leeren Saal (wie man liest) eine Rede gehalten, die voller Skepsis im Prinzip richtig war: Europa muss sich von den USA abnabeln. Das wird dauern, aber die Richtung ist richtig. Vor Davos juckte es dem Künstler Norbert Ernst Herrmann in den Grafikerfingern und es kam obige Karikatur heraus: Bei dem grönländischen Iglu weht nicht die amerikanische Flagge, sondern die vom "König Trump", weil die amerikanische Öffentlichkeit nichts von Annexionsplänen der USA wissen will.  

Die Aktionen der amerikanischen Regierung in Sachen Grönland, die auch im eigenen Land wenig beliebt sind, stürzt bei uns die in fast allen Parteien und führenden Medien tonangebenden  "Atlantiker" in große Nöte. Ob sie bereit sind ihre "Lebenslügen" vom "atomaren Schutzschirm" vom großen Bruder USA zu überdenken, wird sich zeigen. Schon lange spricht der betagte SPD-Politiker von Dohnanyi  auch in Büchern davon, dass diese deutsche Lebenslüge eine Legende ist. Die USA würden atomar nur aktiv werden, sagt von Dohnanyi, wenn ihr Land direkt atomar angegriffen werden würde. Von Europa ist in der amerikanischen Doktrin keine Rede - Nato hin, Nato her!

Diese Auffassung wird allerdings von der Bundesregierung nicht geteilt. Sie redet weiter vom "amerikanischen Schutzschirm" und die meisten Leitmedien der BRD plappern das nach. Sollten sie eigentlich nicht tun. Warum sollte auch in letzter Zeit öfter die Rede davon sein, dass eine Zusammenarbeit Deutschlands mit Frankreich und eventuell Großbritannien in Sachen Atommacht gesucht wird?  

Ansonsten nützen die etwa 80 000 amerikanische Soldat*innen in Europa und auch die amerikanischen Atomwaffen vorallem den USA als strategischer Brückenkopf in Europa selbst. Ohne Stützpunkte wie in Ramstein, Kaiserslautern und anderswo zum Beispiel, könnten die USA keine ihrer zahlreichen Morde und Kriegsverbrechen in der Welt begehen, weil diese Standorte wegen der Erdkrümmung wichtig sind, um die Signale an Satelliten und Flugzeuge oder Drohnen zu übermitteln. Ein amerikanischer Soldat, der in Ramstein als Datenübermittler oder gar Bildschirmschütze seinen mörderischen Dienst tat, konnte das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren und ging an die Öffentlichkeit. (Bei Lanz im Fernsehen dokumentiert.) 

Das wäre zum Beispiel ein Druckmittel gegen den mutmaßlichen Soziopathen Trump, wenn Deutschland sich aufraffen würde, die Frage von möglichen Schließungen von US-Stützpunkten zu thematisieren. Dann müsste allerdings die Länder der Europäische Union viel enger zusammen arbeiten, jedenfalls die großen europäischen Nationen. Danach sieht es allerdings nicht aus. Zu unsicher ist z.B. die politische Lage in Frankreich. Und mit der italienischen  Postfaschistin Melloni ? Jedenfalls möchte sie - darauf weist der Besuch des deutschen Bundeskanzlers  im Januar 2026 hin - Italien an der Seite der Länder des EU-"Kerneuropas" wissen, die mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Trump-Administration zeigen wollen. Das ist erstmal gut, aber verlassen kann man sich darauf nicht. Zuseher kokettiert Melonie bei schier jeder Gelegenheit mit Trump.  

 

Und der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine? Immerhin wird neuerdings zu dritt geredet (Ukraine, Russland, USA) während täglich und nächtlich die russischen Raketen und Bomben die ukrainischen Elektrizitätswerke und Städte zerbomben und viele Menschen bei 15/20 Grad Minus nun im Winter 2026 sterben. Es ist entsetzlich!

 

Hier soll im Folgenden der Artikel von Michael Hesse - mit einen Einschub des Zitats von Nicole Deitelhoff - mit dem Titel "Die Geburt einer neuen Welt" besprochen werden, wo bekannte Intellektuelle sich über die neue Entwicklung in der Welt äußern. (Frankfurter Rndschau 20. Januar 2026)   

  "Geschichte widerholt sich manchmal. Dieses mal als Tragödie und Farce zugleich. Seit einem Jahr ist Donald Trump nun wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Jahr, das die Welt grundlegend verändert hat. " Hesse zitiert den Zeithistoriker Garton Ash, der sagt: "Der "Westen" existiert faktisch nicht mehr als kohärenter geopolitischer Akteur." Hesse: "Es hat ein begrifflicher Paradigmen-Wechsel stattgefunden. Stärke, Macht, Zwang sind an die Stelle von Bündnissen, Regeln oder Institutionen getreten." (ebda)

Prof. Nicole Deitelhoff, lehrt Politik an der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. , Leiterin des Leipnitz-Instituts für Friedens-und Konfliktforschung sagt: "Die USA haben die gegenwärtige Weltordnung nach den Ende des zweiten Weltkrieges maßgeblich mitgeprägt, aber zu ihren aufrechtesten und treuesten Mitgliedern haben sie nie gehört (...). Tatsächlich ist nur eines neu am Verhalten der USA (...). Es ist die Unverblümtheit der Regelverstöße, der Stolz und den Betrug, den die Betrogene, Europa, zusätzlich demütigt. (...) Viele meinen, dass Europa die Sprache der Macht erst lernen müsse, das ist Unsinn. Europa kennt die Sprache der Macht sehr gut. Es muss nur wieder lernen, darin zu navigieren. Dazu dürfte ein ehrlicher Blick auf die  transatlantischen Beziehungen beitragen." (Der Spiegel, Nr. 5, 23.01. 2026, Essay: "Szenen einer Scheidung.")    

Nun weiter im Artikel von Michael Hesse: " Die US-Philosophin Susan Neimann sagt: "Das Böse erlebt gerade eine Konjunktur". Sie habe vor Jahren ein wichtiges Buch geschrieben, schreibt Hesse, mit dem Titel "Das Böse denken". Hesse: "Trump verkörpert für Neimann eine neue Form des moralischen Zynismus. Er stehe für das offene Bekenntnis zu Macht und Eigeninteresse, ohne moralische Begründungsfiguren. Bei ihm existieren kein moralischer Deckmantel mehr; er versteht keine anderen Motive als Macht und Geld. " Der schon erwähnte britische Historiker Garton Ash meint, dass eine härter kalkulierende Außenpolitik könnte Europa neues Vertrauen in die eigene Rolle gewinnen und sieht auch durch die Ukraine-Unterstützung (der Willigen) schon Anzeichen dafür. "Die Hoffnung auf ein Amerika, das von der Mitte aus regiert wird, scheint zunehmend unrealistisch.

Es ist also eher eine Sattelzeit, mit der wir es zu tun haben", sagt der Wirtschaftshistoriker Adam Tooz. "Der Historiker Reinhard Koselleck bezeichnet damit die lange Übergangsperiode von 1750 bis 1850, eine Phase, in der sich grundlegende Begriffe wie Revolution, Staat, Freiheit oder Gesellschaft fundamental verändern. Koselleck sprach von der Überlappung zweier Welten, einer alten Ordnung, die noch existiert und einer neuen, die bereits wirksam ist. " (Hesse, ebda)

Michael Hesse fasst zusammen: "Für den Faschismus-Theoretiker Jason Stanley steht ebenso wie für den Historiker und NS-Experten Timothy Snyder fest, dass mit Trump eine Ära des Faschismus in den USA begonnen habe. Tooz ist skeptisch: "Ich weiß nicht, warum die Leute diesen Begriff so häufig gebrauchen, auch die amerikanische Linke hat ihn in den 1960iger häufig gebraucht. Gewiss, Trump ist bösartig, seine Rhetorik ist gewaltsam, seine Anhängerschaft ist gewalttätig." Aber das treffe den Begriff nicht. Auch Soziologe Sennet glaubt, dass man nach neuen Begriffen suchen müsse. 

Wie auch immer die Sache mit Trump und den USA ausgehen wird: Im Zeitalter der Ungewissheit erleben wir gerade die langsame Geburt einer neuen Welt von der niemand weiß, wie sie aussehen wird. " (Hesse, FR, 20. Januar 2026, Seite 17, Hervorhebungen von N.E.H.) "Dieses Zeitalter der Ungewissheit ist vielleicht am besten mit einem Ambivalenzbegriff zu charakterisieren, den ich u.a. in meiner Kunst mit der Dialektik von Vordergrund und Hintergrund anschschaulich mache, " sagt der Künstler Norbert Ernst Herrmann. Ja, warum nicht? Entscheiden müssen wir uns in konkreten Situationen immer so oder so. 

Bernd Ulrich von der Die Zeit schrieb einen bemerkenswerten Artikel mit dem Titel: "Wie halten wir das aus?" - was auch der Aufmacher der Ausgabe vom 22.Januar 2026 war - mit den Untersätzen: "Ganz gleich, wohin man blickt: Überall scheint sich die Welt gerade zu verdüstern. Aber Wegsehen und Resignation sind die falschen Freunde." Hier ein Auszug:

"Viele machen sich nun darüber Gedanken, wie man Sinn und Orientierung finden kann, wenn die Gegenwart nicht mehr zuverlässig von der Zukunft illuminiert wird - also wenn das, was ist, nicht erst durch das, was kommt, seinen Sinn erhält. (...) Wir leben in einer alt gewordenen Zeit, eine Epoche neigt sich dem Ende zu, alle spüren es. Das bedeutet natürlich auch, dass erworbenes Wissen an Wert verliert, dass Erfahrung zwar immer noch hilft, aber auch hinderlich werden kann. Plötzlich sind die großen Fragen nicht immer schon beantwortet, sie stehen jetzt, Schatten werfend, vor uns, Hände in den Taschen, sie warten auf uns.

Auf der anderen Seite: Wenn jetzt soviel Neues beginnt, dann sind wir ja alle wieder jung. Sogar die Jungen. Denn ihnen hat man in den vergangenen Jahren allzu viel aufgehalst, freihändig ferne Jahrzehnte untergejubelt, Verantwortung, die traditionell eigentlich die Älteren zu tragen hätten. Doch nun ist klar, dass die Zukunft gar nicht fern ist, sondern schon da. Und ganz ehrlich, das ist doch auch rasend interessant, oder?" (ebda. Farbliche Hervorhebungen von N.E.H.) 

 

 

Die Frankfurter Rundschau brachte am 23.02.26 einen Titel mit der Überschrift: "Trumps Bezwinger".

Es ist der Spielzeugfabrikant Rick Woldenberg - er stellt pädagogisches Spielzeug her, was auch in Schulen eingesetzt wird - und gehört zu den Klägern, die dem US-Präsidenten eine Niederlage vor dem Supreme Court - dem höchsten amerikanischen Gericht - im Zollstreit beigebracht hat. Fachleute gehen davon aus, dass nun viele Milliarden Dollar zurückgefordert werden.  Ist das nun die Wende in der amerikanischen Politik? 

Andreas Schwarzkopf kommentiert: "Die Richterinnen und Richter haben nicht nur die Demokratie gestärkt, in dem sie endlich ihre Unabhängigkeit demonstriert und dem US-Präsidenten zu verstehen gegeben haben, dass auch für ihn Regeln gelten. Sie haben Trump auch eines seiner wichtigsten politischen Instrumente genommen."

Trump  reagierte so, wie es in einem Lehrbuch für Psychopathologie beschrieben sein könnte: Mit wüsten Beschimpfungen des Gerichts - vorallem diejenigen Mitglieder, die er selbst in seiner ersten Amtszeit eingesetzt hatte.  Außerdem reagierte Trump mit der Ankündigung den Spruch zu ignorieren, obwohl das Gericht davor warnte, die Zollpolitik mit einer anderen Begründung fortzusetzen. Das läuft eigentlich auf eine Verfassungskrise hinaus...

Die Frage stellt sich, wie lange sich die USA den Terror und das Hin -und Her seiner Zollpolitik -  die in erster Linie amerikanische Importeure zahlen müssen - eines offensichtlich psychisch kranken Menschen im Präsidentenamt gefallen lässt. Abgesehen davon: In den USA droht nun eine gigantische Klagewelle von Firmen und Institutionen, die finanzielle Rückforderungen, von nun als illegal erklärten Zahlungen, stellen.  

 

Unter dem Titel "Trumps Märchenstunde" kommentiert Andreas Schwarzkopf die "State of the Union" - Rede  des Präsidenten am 24. 02. 2026 im amerikanischen Parlament in der Frankfurter Rundschau vom 25.02. 26: "Nach den 108 Minuten Selbstlob von Donald Trump und dem wie bestellt wirkendem Begeisterungssturm seiner Gefolgschaft fragt man sich, ob der US-Präsident die Stimmung in den USA damit zu seinem Gunsten drehen kann."  

"Unsere Nation ist zurück. Größer, besser, reicher, stärker als je zuvor", prahlt Trump unter dem Jubel seiner republikanischen Gefolgsleuten. Benno Schwinghammer und Christian Fahrenbach schreiben in ihrem Artikel in der FR mit der Überschrift. "Unwahrheiten, Übertreibungen und Unausgesprochenes": "Trump hat in den vergangenen 12 Monaten wie kaum ein Präsident vor ihm Macht auf sich konzentriert und mit seinem brachialen Stil Krisen und Fassungslosigkeit ausgelöst. Doch immer mehr Wähler:innen wenden sich ab. (...) Die "New York Times" kommentierte, dass Trump seine Rede "in ein ausgewachsenes politisches Theater verwandelt" habe: "Sie war teils Spielshow, teils Käfigkampf und genau so gefällt esHerrn Trump." (...) Der texanische Abgeordnete der Demokraten Al Green wurde des Saales verwiesen, weil er ein Schild mit der Aufschrift "Schwarze Menschen sind keite Affen" hochhielt - eine Anspielung auf ein kürzlich auf Trumps Sozial-Media-Konto  geteiltes Video, das Barack Obama und seine Frau Michelle als Primaten zeigte." (FR, 25. 02. 26, Seite 8) 

Siehe auch Punkt 17 der Themenübersicht: Roland Nelles im Der Spiegel über Donald Trump.

 

 

 

In einem Interview von Michael Hesse in der Frankfurter Rundschau vom 10.03.26 sagte der Historiker Bernd Greiner, der an der Universität Hamburg Außereuropäische Geschichte lehrte und am Institut für Sozialforschung den Arbeitsbereich "Theorie und Geschichte der Gewalt " leitete: 

"Die Weltwirtschaft ist heute verwundbarer als zur Zeit der Ölkrise 1973. Hinzu kommt eine US-Regierung, die Chaos und Unberechenbarkeit zu ihrem Geschäftsmodell gemacht hat. In dieser Situation wirkt ein Krieg erstrecht toxisch. Und jede weitere Eskalation, beispielsweise durch eine dauerhafte Blockade oder Verminung der Straße von Hormus, würde buchstäblich noch mehr Öl ins Feuer gießen. Das alles wirkt wie ein Tanz auf dem Vulkan. Freilich wie ein willkürlich inszenierter Tanz. Man wäscht weder die Mullahs noch Putin noch sonst wen rein, wenn man sagt: Trump ist der Oberzüngler, er ist eine akute Gefahr für die Menschheit."  

Nun gibt es dieses T - Shirt im Webshop zu kaufen - für alle Geschlechter - versteht sich! 

Die millionenfachen, sehr bunten und meist friedlichen Demonstrationen in vielen großen, aber auch kleinen Städten der USA  unter dem Motto "No Kings" am 29. März 2026 zeigen erneut, dass sich in den USA Widerstand gegen die autoritäre Trump-Regierung regt.  

Fortsetzung zum Krieg gegen den Iran siehe auf der Seite 14a

In den USA, sogar Leute aus der MAGA-Bewegung, aber auch überall in der Welt sind mittlerweile - Stand heute: 14.April 2026 - Stimmen laut geworden, die am Geisteszustand von Donald Trump zweifeln. Seine wirren Äußerungen und wüsten Drohungen im IRAN die Zivilisation auszulöschen und nahezu dauernd vom militärischen Sieg der USA gegen den Iran zu faseln, obwohl offensichtlich ist, dass eher das Gegenteil zu trifft, gibt diesen Verdacht natürlich Nahrung.

In Satiresendungen, wie zum Beispiel der Heute-Show des 2. deutschen Fernsehens ist das in Wort und Bild wirkmächtig sowieso klar: Die Welt lacht, wenn auch hinter vorgehaltener Hand. Auch über die USA, die es ermöglicht, dass ein offensichtlich psychopathischer, wahrscheinlich sogar soziopathischer Mensch die Geschicke der militärisch stärksten Nation der Welt leiten kann, nur weil er demokratisch gewählt ist. Die seriöse, internationale Presse hält sich meist, -- wie hier am Anfang der Seite analysiert, in dieser Frage in der Wortwahl bedeckt. Psychische Krankheiten sind auch nicht per Ferndiagnosen zu leisten, dazu müssten persönliche Begutachtungen von Psychiater*innen erfolgen. Aus diesem Grunde hat der Künstler Norbert Ernst Herrmann sein gestaltetes Trump-Emblem mit dem Text-Zusatz: "mutmaßlich(er)..." ergänzt. 

In der Rheinpfalz vom 14. April 2026 erschien von Annette Weber eine Glosse auf Seite 1 der Zeitung. Sie schreibt: "Es ist schon irre, einer ganzen Zivilisation mit der Vernichtung zu drohen - so wie US-Präsident Trump gegenüber dem Iran. Es spricht auch nicht gerade für einen aufgeräumten Geist, innerhalb kürzester Zeit komplett widersprüchliches zu behaupten - und dann genau das Gegenteil. Säße besagter Wirrkopf nicht im Weißen Haus und hätte er nicht den Finger am Auslöser eines der größten Atomwaffenarsenale der Welt, es könnte unterhaltsam sein. 

In den USA - und nicht nur dort - wächst die Angst, was Trump noch alles anstellen könnte, wenn er das Interesse am Iran und der Straße von Hormus verliert." Die Journalistin schildert in der Glosse die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten der USA und bewertet sie politisch anhand der Wahrscheinlichkeiten im institutionellen Gefüge des Staates, auch in historischer Hinsicht. Trump loszuwerden wäre nicht einfach, meint sie. Und schließt: "Also doch Impeachment, das heißt Anklage vor dem Senat? Da hat Trump schon zwei Verfahren überstanden - wegen Machtmissbrauchs (2019) und Anstiftung zum Aufstand (2021). Aber vielleicht sind aller guten Dinge ja drei?" In der Tat. Die Hoffnung stirbt zu letzt, meint der Verfasser dieser Internetseite. 

 

Der Autor Harry Nutt verfasste in der Frankfurter Rundschau vom 22. April 2026 eine Kolumne mit dem Titel "Die Macht der Überwältigung". Er verwies auf die Schriftstellerin Juli Zeh, die letztens die Mad-Man-Theorie bemühte, um das wirre Verhalten des US-Präsidenten zu deuten. Diese Theorie besagt "(...), dass der amerikanische Präsident den wild-verrückten Despoten nur spiele, um im Trubel der von ihm ausgelösten Turbulenzen die Oberhand zu behalten." Dahinter lauerte letztlich eine verborgene Rationalität, nämlich zu gewinnen. Dazu meinte Harry Nutt: "Mir war das Prinzip der Überrumpelung aus künstlerischen Kontexten geläufig. Wenn du den Überblick noch hast, lautete ein prägnanter Satz des Theater - und Filmregisseurs Christoph Schlingensief, fährst du nicht schnell genug." Wir seien also in einer Tempokratie: "Überwältigung und das in jeder Hinsicht Rasende als Herrschaftsmethode." (ebda)

Georg Seeßler fragt in seinem Artikel "Der Weltuntergang als Comic-Strip" im Freitag vom 16.April 2026 dialektisch: "Wird die Zukunft von Zwangsneurotikern, Egomanen oder Soziopathen übernommen, oder ist die Welt so neurotisch, asozial und narzistisch, dass sie nur solche kleinen Monster hervorbringen kann? Unsere Frage also lautet: Ist Donald Trump ein Verrückter, der die Welt bedroht, oder ist die Welt so verrückt geworden, dass sie nur einen Donald Trump hervorbringen kann? Die Pointe liegt natürlich in der Dialektik. Diese Welt hat sich ihren Trump verdient.  Die Voraussetzung für das Funktionieren der Trump-Pointen liegt in einem allgemeinen Wirklichkeitsverlusts. (...) Man will Narrativen glauben, nicht Fakten. (...) Ob also der Donald Trump, der in Konsequenz seines Charakters und seines MAGA-Systems die Atombombe zündet, eine reale Gefahr oder nur ein weiterer schlechter Gag ist, lässt sich kaum sagen. Denn das eine ist so irreal wie das andere. (...)

Die Meta-Pointe im Donald-Trump-Comic besteht in der Beharrung seiner Umwelt auf den "Narrativen". Die einen folgen ihm bedingungslos, die anderen versuchen ihn durch Geschenke und Schmeicheleien zu besänftigen, die dritten schließlich mahnen und warnen, ohne die geringste Idee, wie dieses Unheil namens Trump abgewendet werden könnte. (...) In jedem Fall fällt es zunehmend schwer, sich zu vergegenwärtigen, dass dies alles Teil der allgemeinen und unausweichlichen Wirklichkeit ist. (...) Es wird ja an allen Ecken und Enden sichtbar, wie sehr die Verwandlung der Welt in ein Trümmerfeld (...), wie sehr eine Kriegsdrohung eigene Aktiengeschäfte beflügeln, wie sehr, mit einem Wort, der kleptokratische Trump-Clan an der Zerstörung der Welt gewinnt. (...) Donald Trump hat die Welt schon maßgeblich verändert - und gewiss nicht zum Guten. Die Gefahr, dass sie vollends in den Abgrund stürzt, bleibt."

 

In einem Interview zu seinem Buch "Der Fürst und seine Erben" befragt Michael Hesse den Autor Peter Sloterdijk - in der Frankfurter Rundschau vom 18. April 2026 - zur realen Möglichkeit der kollektiven Selbstauslöschung der Menschheit durch Atomwaffen. Sloterdijk antwortet: "Das nukleare Wettrüsten bewirkt die Overkill-Situation: (...) Nun galt nicht mehr Carl Schmitts Satz, wonach souverain sei, wer den Ausnahmezustand erklärt, Edward Luttwak traf die Sachlage besser, als er schrieb: Souverän ist, wer glaubhaft drohen kann. Das strukturell verrückte an unserer Zeit ist nun, dass die Menschen, vorallem im Westen, aber auch anderswo, es sich in der Absurdität bequem gemacht haben. Man weiß, der Weltuntergang ist machbar - aber man fährt weiter gern in die Ferien. " Man hat individuell auch keine andere Wahl, sofern man sich das leisten kann. Das macht die Ambivalenz unseres Daseins aus - das zentrale Motiv der Kunst von Norbert Ernst Herrmann, dem Betreiber dieser Internetsite.