Zum Punkt 14 der Themenübersicht:

 Michael Hesse schreibt in der Frankfurter Rundschau vom 07.02.2025:

"Was mag das wirkliche Ziel von Trump sein? Darüber wird nun gerätselt. Vor mehr als 500 Jahren schlug Machiavelli, der Philosoph der politischen Praxis und des modernen Republikanismus in seinen Diskursen über Livius vor, dass es "zuweilen sehr klug ist, Wahnsinn zu simmulieren."

Von Simmulation kann jedoch bei dem Psychopathen und in erster Instanz verurteilten kriminellen Straftäter im Weißen Haus gewiss keine Rede sein, meint Norbert Ernst Herrmann und entwarf folgende Grafik:

Karikatur von Trump

In vielen Pressekommentaren wird der Psychopath meist verniedlichend als "erratisch", oder "narzistisch" charakterisiert, - (gewiss, sind wir nicht alle etwas narzistisch?) - den man loben müsse, damit er einen selbst - Nationen oder gar Völker - nicht fertig macht. Schließlich gilt er als der mächtigste Mensch der Welt, der wie letztens gegen Iran bewiesen hat, dass er bereit ist, die besten Kampfbomber der Welt, über die die USA verfügt, auch vernichtend einzusetzen. (Siehe Charakteristik der Persönlichkeitsstörungen Psycho - und Soziopathologie aus psychiatrischer Sicht, hier weiter unten)   Und so war der letzte Nato-Gipfel 2025 ein Ausbund von Peinlichkeit: In der Presse las man zu recht von "Schleimspur". Psychopathen freuen sich im Allgemeinen zwar, wenn sie gelobt werden, doch sie sind nicht dumm. Deshalb wird Trump nur noch entschiedener in seinen Verrücktheiten, die ihm leider eine Mehrheit bei den US-Wahlen bescherte, was tiefe Einblicke in die sich wahrscheinlich leider zur Autokratie oder gar Faschismus entwickelnden älteste Demokratie der Welt erlaubt. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek meint, dass unsere Welt gleiche zunehmend einem Irrenhaus, " in dem der stärkste Patient die Kontrolle übernommen hat und als allmächtiger Chefarzt auftritt" ( der Freitag, 17.Juli 2025 ) Zumindest für das Weiße Haus in den USA, mit dem derzeitigen Insassen Donald Trump  trifft das augenblicklich ganz offensichtlich zu, meint Norbert Ernst Herrmann.

Der Künstler kennt die früher als "Irrenanstalten" bezeichnete Psychiatrien als junger Zivildienstleistender und später als Nachtwache auf vielen Stationen einer Psychiatrie in Mannheim (Zentralinstitut für seelische Gesundheit ZI) als Psychologiestudent von innen. Da traf er auf nicht wenige Patienten, die sich als "Napoleon", "Papst" oder wie Donald Trump, der sich  als zukünftiger "Friedensnobelpreis-Träger" wähnt, weil er angeblich viele Kriege in der Welt beendet habe - er mischt sich ohne Zweifel ein, ohne, dass sich viel ändert - aber nicht in der Lage ist diese Länder in Reden korrekt zu benennen, sondern schwafelt in seinen ausufernden Weise nur irre herum, dass sich viele Übersetzer*innen nicht selten die Haare raufen (wie man hört). 

Vielleicht ist es an dieser Stelle nicht schlecht auf Definitionen der Psychiatrie zurückzugreifen, wie man sie im Internet finden kann. Es geht hier um den Unterschied zwischen Psychopathologie und Soziopathologie. Beide sind Formen der "antisozialen Persönlichkeitsstörung (ASPD) und werden in der offiziellen Diagnostik (DSM-5) nicht unterschieden.  Die Frage ist nun, wer gefährlicher ist. In der Übersicht mit KI findet man im Internet folgende Aussage: "Beide sind gefährlich, aber auf unterschiedliche Weise: Psychopathen sind oft kalkulierter, manipulativer und können Emotionen perfekt vortäuschen. Was sie gesellschaftlich besser tarnt und potentiell gefährlicher macht, da sie ihre Opfer unbemerkt ausnutzen können. Soziopathen sind impulsiver, unberechenbarer und ihre antisozialen Tendenzen sind oft sichtbarer, da ihnen die Fähigkeit zur Empathie stärker fehlt und sie weniger soziale Anpassung zeigen. (...) Der Psychopath ist der lautlose, getarnte Manipulator, der Soziopath der offenkundig aggressive und unberechenbare Charakter. " (Dem Internet entnommen) 

 

Auf den aktuellen Präsidenten der USA bezogen, dürfte anhand seines rücksichtslosen, rüpelhaften Verhaltens in der Öffentlichkeit klar sein, wozu er mehr tendiert. Norbert Ernst Herrmann, der Schöpfer des hier gezeigten charakteristischen Emblems des Präsidenten meint: "Ich entschied mich trotzdem für die Formulierung "Psychopath", obwohl "Soziopath" für Trumps Verhalten mit seinen unzähligen Lügen und bösartigen Ausfällen und Dummheiten treffender wäre, wie man mittlerweile wissen kann.     

 

 

Trump und seine Getreuen von der christlich-faschistischen MAGA-Bewegung sind dabei die USA  institutionell so zu verändern, dass sich bald kein Mensch mehr sicher sein kann, der nicht in diesen Chor der fanatischen Christen einstimmt ( Siehe "Der Spiegel" Nr. 40 vom 26. 09. 2025. ). Noch halten einige Gerichte bei einigen Maßnahmen dagegen, doch das oberste Gericht der USA ist überwiegend mit Trump-Getreuen besetzt, wie man weiß. Noch befindet sich die große, demokratische Partei in einer Art Schockstarre durch die verlorene Wahl. Jörg Schindler schreibt im Spiegel: "Viele Köpfe der MAGA-Gemeinde sind vom fundamentalistisch-christlichen Geist durchdrungen. Darunter auch der Mitte September bei einem Attentat in Arizona getötete Influenzer Charly Kirk, der bis zu seinem Tod zahllose junge Amerikaner mit seinem rechtsreligiösen und rechtsextremistischen Ansichten berauscht hatte." (ebenda, Seite 11) Er werde, so Trump bei der Trauerfeier vor 70 000 Menschen "Gott jetzt erst recht und "wie nie zuvor" ins Alltagsleben zurückbringen", versprach er und er hasse seine Feinde, sagte er. Nun gut, das wird umgekehrt auch so sein.  Soweit die besorgniserregende Entwicklung in den USA selbst, wie sie sich Anfang Oktober 2025 zeigt. 

 

Donald Trump gefärdert - im Einklang mit seinem ebenso wirren Gesundheitsminister, der generell gegen das Impfen ist und damit zum Beispiel viele Tote, die an Masern sterben, in Kauf nimmt - die Gesundheit nicht nur vieler Amerikaner*innen in dem er in Reden einen unzutreffenden Zusammenhang von einem bestimmten Schmerzmittel mit Autismus herstellt, sondern auch viele Menschen in der Welt überall, denn solche Lügen des "mächtigsten Mannes der Welt"  verbreiten sich ganz zwangsläufig. Siehe dazu  eine ausführliche Recherche zur Studienlage beim Autismus unter www.zeit.de/trump-autismus

       

Doch auch was den internationalen, praktischen Umgang mit dem präsidentialen Psychopathen betrifft, kann man das auch so sehen, wie der australische Ex-Premier Turnbull, der im Umgang mit Trump Härte empfiehlt: "Turnball verwies auf die sicherheitspolitische Debatte in Europa und zitierte den heutigen polnischen Premier (...) Donald Tusk mit den Worten: "Warum brauchen 500 Millionen Europäer 300 Millionen Amerikaner, um sich gegen 140 Millionen Russen zu verteidigen?" Diese Frage sei berechtigt. Europa solle sich künftig so aufstellen, dass es im Ernstfall ohne amerikanische Hilfe auskommen könnte. Europa müsse sich so schnell wie möglich von den Vereinigten Staaten abnabeln, und zwar nicht nur in militärischer Hinsicht, sondern auch bei Schlüsseltechnologien, der Kommunikation und Ähnlichem. " (Frankfurter Rundschau, 3..Juli 2025) Dem stimmt Norbert Ernst Herrmann zu.  Doch was hat dies mit seiner Ausstellung in Neustadt 2025 an der Weinstraße zu tun? Sehen Sie im Weiteren Punkt 15 der Themenübersicht.

Nach dem Kidnapping  des Diktators Nicolás Maduro und seiner Frau aus Venezuela am 2/3. Dezember 2026 durch Einsatzkräfte der USA  schreibt Christine Dankbar in der Frankfurter Rundschau (Auszug): "Trump sichert ungeniert seine Interessen. Die Frage ist nun, wie Russland und China reagieren. Putin hat zum Jahreswechsel erklärt, dass Russland in der Ukraine einen Sieg anstrebt. China untermauert mit Militärübungen den Anspruch auf Taiwan. Jetzt kommt der Zeitpunkt der Wölfe. Europa muss nun endlich umschalten. Wichtig ist, jetzt möglichst schnell und gründlich so viele Abhängigkeiten wie möglich abzuschütteln. Und endlich energisch für die eigenen Werte einzustehen. Mit Duckmäusertum gewinnt man in der Welt der Schulhofschläger keinen Blumentopf." (FR 5.1.26)

In den USA sagt Arizonas Senator Ruben Gallego: "Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben." (FR 5.1.26) Auch in der republikanischen Partei regt sich Widerstand, z.B. von Senator Mike Lee, der fragt, wie diese Handlung von Trump verfassungsrechtlich zu begründen sei. 

 

Die neuerlich Eskapaden des Soziopathen und seiner ministeriellen MAGA-Clique im Weißen Haus in Sachen Grönland zeigt, dass - wie die Rheinpfalz vom 19. Januar 2026 kommentiert - die USA drohen "endgültig zum Totengräber einer regelbasierten Wirtschaftsordnung " zu werden.  Die heile Welt der Europäer liege in Trümmern. Mit den angekündigten Strafzöllen - nun wieder zurückgenommen - gegen Deutschland und den anderen europäischen Ländern, die sich an der demonstrativen, militärischen "Erkundungsaktion" von Nato-Mitgliedern in Grönland beteiligten, verstand der Soziopath zu recht - da soll man sich nichts vormachen - als Provokation gegen seine Pläne, dass Grönland - wie auch immer - Bestandteil der USA wird. "Die politischen Beziehungen zwischen den einstigen Partnern liegen in Scherben, und auch die Nato droht unter dem US-Präsidenten den Wesenskern ihres Daseins zu verlieren," schreibt der Korrespondent der Rheinpfalz aus Brüssel Knut Krohn zu recht.(ebenda) Andreas Schwarzkopf von der Frankfurter Rundschau meint, nun müsse von der EU "robust" geantwortet werden. Die europäischen Länder sollten sich angesichts der Drohungen nicht kleiner machen als sie seien. "Auch die Vereinigten Staaten haben ökonomisch in einem Zwist mit den wichtigsten Handelspartnern einiges zu verlieren." (FR 19.1.26)       

Die Eskapaden des soziopathischen Präsidenten der USA in Davos sind kaum abgeklungen und der deutsche Bundeskanzler hat vor einem fast leeren Saal (wie man liest) eine Rede gehalten, die voller Skepsis im Prinzip richtig war: Europa muss sich von den USA abnabeln. Das wird dauern, aber die Richtung ist richtig. Vor Davos juckte es dem Künstler Norbert Ernst Herrmann in den Grafikerfingern und es kam obige Karikatur heraus.

Die Aktionen der amerikanischen Regierung in Sachen Grönland, die auch im eigenen Land wenig beliebt sind, stürzt bei uns die in fast allen Parteien und führenden Medien tonangebenden  "Atlantiker" in große Nöte. Ob sie bereit sind ihre "Lebenslügen" vom "atomaren Schutzschirm" vom großen Bruder USA zu überdenken, wird sich zeigen. Schon lange spricht der betagte SPD-Politiker Von Dohnanyi davon, dass diese deutsche Lebenslüge eine Legende ist. Die USA würden atomar nur aktiv werden, sagt von Dohnanyi, wenn ihr Land direkt atomar angegriffen werden würde. Von Europa ist in der amerikanischen Doktrin keine Rede. Ansonsten nützen die etwa 80 000 amerikanische Soldat*innen in Europa und auch die amerikanischen Atomwaffen vorallem den USA selbst. Ohne Stützpunkte wie in Ramstein, Kaiserslautern und anderswo zum Beispiel, könnten die USA keine ihrer zahlreichen Morde und Kriegsverbrechen in der Welt begehen, weil diese Standorte wegen der Erdkrümmung wichtig sind, um die Signale an Satelliten und Flugzeuge oder Drohnen zu übermitteln. Ein amerikanischer Soldat, der in Ramstein als Bildschirmschütze seinen mörderischen Dienst tat, konnte das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren und ging an die Öffentlichkeit. (Bei Lanz im Fernsehen dokumentiert.) 

Das wäre zum Beispiel ein Druckmittel gegen den Soziopathen Trump, wenn Deutschland sich aufraffen würde, die Frage von möglichen Schließungen von US-Stützpunkten zu thematisieren. (Auch die deutsche Staatsanwaltschaft müsste eigentlich da aktiv werden.) Dann müsste allerdings die Länder der Europäische Union viel enger zusammen arbeiten, jedenfalls die großen europäischen Nationen. Danach sieht es allerdings nicht aus. Zu unsicher ist z.B. die politische Lage in Frankreich. Und mit der italienischen  Postfaschistin Melloni ? Jedenfalls möchte sie - darauf weist der Besuch des deutschen Bundeskanzlers  im Januar 2026 hin - Italien an der Seite der Länder des EU-"Kerneuropas" wissen, die mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Trump-Administration zeigen wollen. Das ist gut. 

Und der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine? Immerhin wird neuerdings zu dritt geredet (Ukraine, Russland, USA) während täglich und nächtlich die russischen Raketen und Bomben die ukrainischen Elektrizitätswerke und Städte zerbomben und viele Menschen bei 15 Grad Minus nun im Winter 2026 sterben. Es ist entsetzlich!

 

Hier soll im Folgenden der Artikel von Michael Hesse - mit einen Einschub des Zitats von Nicole Deitelhoff - mit dem Titel "Die Geburt einer neuen Welt" besprochen werden, wo bekannte Intellektuelle sich über die neue Entwicklung in der Welt äußern. (Frankfurter Rndschau 20. Januar 2026)   

  "Geschichte widerholt sich manchmal. Dieses mal als Tragödie und Farce zugleich. Seit einem Jahr ist Donald Trump nun wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Jahr, das die Welt grundlegend verändert hat. " Hesse zitiert den Zeithistoriker Garton Ash, der sagt: "Der "Westen" existiert faktisch nicht mehr als kohärenter geopolitischer Akteur." Hesse: "Es hat ein begrifflicher Paradigmen-Wechsel stattgefunden. Stärke, Macht, Zwang sind an die Stelle von Bündnissen, Regeln oder Institutionen getreten." (ebda)

Prof. Nicole Deitelhoff, lehrt Politik an der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. , Leiterin des Leipnitz-Instituts für Friedens-und Konfliktforschung sagt: "Die USA haben die gegenwärtige Weltordnung nach den Ende des zweiten Weltkrieges maßgeblich mitgeprägt, aber zu ihren aufrechtesten und treuesten Mitgliedern haben sie nie gehört (...). Tatsächlich ist nur eines neu am Verhalten der USA (...). Es ist die Unverblümtheit der Regelverstöße, der Stolz und den Betrug, den die Betrogene, Europa, zusätzlich demütigt. (...) Viele meinen, dass Europa die Sprache der Macht erst lernen müsse, das ist Unsinn. Europa kennt die Sprache der Macht sehr gut. Es muss nur wieder lernen, darin zu navigieren. Dazu dürfte ein ehrlicher Blick auf die  transatlantischen Beziehungen beitragen." (Der Spiegel, Nr. 5, 23.01. 2026, Essay: "Szenen einer Scheidung.")    

Nun weiter im Artikel von Michael Hesse: " Die US-Philosophin Susan Neimann sagt: "Das Böse erlebt gerade eine Konjunktur". Sie habe vor Jahren ein wichtiges Buch geschrieben, schreibt Hesse, mit dem Titel "Das Böse denken". Hesse: "Trump verkörpert für Neimann eine neue Form des moralischen Zynismus. Er stehe für das offene Bekenntnis zu Macht und Eigeninteresse, ohne moralische Begründungsfiguren. Bei ihm existieren kein moralischer Deckmantel mehr; er versteht keine anderen Motive als Macht und Geld. " Der schon erwähnte britische Historiker Garton Ash meint, dass eine härter kalkulierende Außenpolitik könnte Europa neues Vertrauen in die eigene Rolle gewinnen und sieht auch durch die Ukraine-Unterstützung (der Willigen) schon Anzeichen dafür. "Die Hoffnung auf ein Amerika, das von der Mitte aus regiert wird, scheint zunehmend unrealistisch.

Es ist also eher eine Sattelzeit, mit der wir es zu tun haben", sagt der Wirtschaftshistoriker Adam Tooz. "Der Historiker Reinhard Koselleck bezeichnet damit die lange Übergangsperiode von 1750 bis 1850, eine Phase, in der sich grundlegende Begriffe wie Revolution, Staat, Freiheit oder Gesellschaft fundamental verändern. Koselleck sprach von der Überlappung zweier Welten, einer alten Ordnung, die noch existiert und einer neuen, die bereits wirksam ist. " (Hesse, ebda)

Michael Hesse fasst zusammen: "Für den Faschismus-Theoretiker Jason Stanley steht ebenso wie für den Historiker und NS-Experten Timothy Snyder fest, dass mit Trump eine Ära des Faschismus in den USA begonnen habe. Tooz ist skeptisch: "Ich weiß nicht, warum die Leute diesen Begriff so häufig gebrauchen, auch die amerikanische Linke hat ihn in den 1960iger häufig gebraucht. Gewiss, Trump ist bösartig, seine Rhetorik ist gewaltsam, seine Anhängerschaft ist gewalttätig." Aber das treffe den Begriff nicht. Auch Soziologe Sennet glaubt, dass man nach neuen Begriffen suchen müsse. 

Wie auch immer die Sache mit Trump und den USA ausgehen wird: Im Zeitalter der Ungewissheit erleben wir gerade die langsame Geburt einer neuen Welt von der niemand weiß, wie sie aussehen wird. " (Hesse, FR, 20. Januar 2026, Seite 17, Hervorhebungen von N.E.H.) "Dieses Zeitalter der Ungewissheit ist vielleicht am besten mit einem Ambivalenzbegriff zu charakterisieren, den ich u.a. in meiner Kunst mit der Dialektik von Vordergrund und Hintergrund anschschaulich mache, " sagt der Künstler Norbert Ernst Herrmann. Ja, warum nicht? Entscheiden müssen wir uns so oder so. 

Bernd Ulrich von der Die Zeit schrieb einen bemerkenswerten Artikel mit dem Titel: "Wie halten wir das aus?" - was auch der Aufmacher der Ausgabe vom 22.Januar 2026 war - mit den Untersätzen: "Ganz gleich, wohin man blickt: Überall scheint sich die Welt gerade zu verdüstern. Aber Wegsehen und Resignation sind die falschen Freunde." Hier ein Auszug:

"Viele machen sich nun darüber Gedanken, wie man Sinn und Orientierung finden kann, wenn die Gegenwart nicht mehr zuverlässig von der Zukunft illuminiert wird - also wenn das, was ist, nicht erst durch das, was kommt, seinen Sinn erhält. (...) Wir leben in einer alt gewordenen Zeit, eine Epoche neigt sich dem Ende zu, alle spüren es. Das bedeutet natürlich auch, dass erworbenes Wissen an Wert verliert, dass Erfahrung zwar immer noch hilft, aber auch hinderlich werden kann. Plötzlich sind die großen Fragen nicht immer schon beantwortet, sie stehen jetzt, Schatten werfend, vor uns, Hände in den Taschen, sie warten auf uns.

Auf der anderen Seite: Wenn jetzt soviel Neues beginnt, dann sind wir ja alle wieder jung. Sogar die Jungen. Denn ihnen hat man in den vergangenen Jahren allzu viel aufgehalst, freihändig ferne Jahrzehnte untergejubelt, Verantwortung, die traditionell eigentlich die Älteren zu tragen hätten. Doch nun ist klar, dass die Zukunft gar nicht fern ist, sondern schon da. Und ganz ehrlich, das ist doch auch rasend interessant, oder?" (ebda. Farbliche Hervorhebungen von N.E.H.) 

 

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